SEEHUND, bedingungslose Mutterliebe (#062)


Hast du dich schon mal gewundert weshalb der Gemeine Seehund mit seinen zärtlichen lieben, grossen, runden so entwaffnend ist? Dies ist eine der vielen Geschichten über die Arche von Noah. Aber auch eine rührende Geschichte über bedingungslose Mutterliebe.

 

In längst vergangenen Zeiten,als die Erde überflutet wurde von Flutwellen, baute sich Noah ein grosses Boot um die Tiere von einem sicheren Tod durch Ertrinken zu retten. In seiner Arche war Platz für ein einziges Weibchen und ein einziges Männchen von jeder Tiersorte. Da gab es zwei Wühlmäuse, zwei Iltisse, zwei Eichhörnchen, zwei Füchse und noch viel mehr Tierpäarchen an Bord. Im letzten Augenblick entdeckte Noah’s Frau dass ein Päarchen fehlte: es waren keine Hunde da. Sie raschte sich hinaus wo der Regen ununterbrochen und unbarmherzig aus den bedrohlichen dunklen Wolken goss.

Gerade in diesem Moment kam ein Hundepäarchen vorbei. Noah’s Frau schrie laut: “Hunde, die Welt vergeht durch unendliche Überschwemmungen. Kommt auf unsere Arche, es ist noch Platz da für ein paar Hunde.” Entzückt antwortete die Hündin: “ Wir holen uns geschwind unsere Welpen die trocken auf einem Dachboden liegen.” Entsetzt antwortete Noah’s Frau es gäbe nur Platz für zwei Hunde und dass sie ihre Welpen zurücklassen sollten. Die Hundeneltern erschreckten sich; dies war eine unmögliche Wahl. Was sollten sie machen? Die Hundemutter dachte an ihr Nest mit Welpen die sie mit deren runden Augen so liebevoll anschauten und sagte sofort: “ Dann werde ich nicht mitkommen. Ich lasse meine Kinder nicht im Stich.” Aber der Hundefater begriff dass an Land bleiben einen gewissen Tod bedeutete und rief: “ Wenn wir nicht mitkommen sind wir alle verloren!” Die Hündin war jedoch unerbittlich und sagte: “ Wenn du unbedingt überleben möchtest, dann gehe halt, “ daraufhin drehte sie sich um und kehrte zu ihren Welpen in der Scheune zurück.

Der Rüde zögerte noch etwas aber lief letztendlich eine Hündin hinterher die den letzten Aufruf Noah’s Frau gehört hatte und jetzt entschlossen an Bord der Arche schritt. Während das Wasser immer mehr stieg, wärmte die Mutterhündin ihre Welpen und beruhigte sie dabei mit zarten Wörtchen.

Gott schaute aus dem Himmel zu und war sehr entrührt durch die bedingungslose Mutterliebe. Um sie zu schonen änderte er Mutter und Kinder: die Vorderpfoten wurden Flossen, der behaarte Pelz eine dicke schmierige Haut und der Schwanz wurde eine Schwanzflosse.

Die Welt überflutete, aber die Mutterhündin und ihre Welpen waren gerettet, denn sie waren Wassertiere geworden! Bis auf dem heutigen Tag leben Seehünde im Wasser und entzücken sie die Menschen genauso wie sie Gott mal entzückt haben. Viele Nachkommen toben in allen grossen Meeren und ruhen an den Stränden und Sandbänken.

 

Mit seinen messerscharfen Zähnen und scharfen Nägeln ist der Seehund das grösste Raubtier unseres Landes. Der Gemeine Seehund lebt vor allem bei Mündungen von Flüssen. Die empfindliche Schnurrhaare spühren, durch das Zittern im Wasser, schon in weiter Entfernung wo ein Fisch schwimmt. Sie können schwimmend in wenigen Sekunden von 0 bis 35 Km pro Stunde erhöhen und bis zu 100 Meter tief tauchen. Diese Seehünde sind so gross wie ein durchschnittlicher Mensch und wiegen etwa 120 Kilo. Gesunde Männchen können 24 und Weibchen sogar 40 Jahre alt werden.

Der Mensch hat durch die Jagd auf Nahrung und Pelzen, und das Beseitigen eines Konkurrenten für die Fischer (ein erwachsener Seehund fängt pro Tag ungefähr 5 Kilogramm an Fisch) den Seehund fast hingemordet. In 1959 lebten nur noch 1000 Tiere in den niederländischen Gewässern. In 1962 kam ein Jagdverbot, aber durch die Wasserverschmutzung, gefolgt von von zwei Virusseuchen, lies die Anzahl weiter nach bis zu 500. Durch Natur- und Umweltmassnahmen ist die Anzahl wieder gestiegen bis zur Zeit weit 6000 im Wattenmeer und 500 in der Schelde Delta.

Der grössere Grauer Seehund war seit dem Mittelalter durch die Jagd verschwunden, aber ist seit den Neunzigern des letzten Jahrhunderts in kleinen Anzahlen wieder da.