Was die Ringeltaube wirklich sagt (023)

Also available in: nlNiederländisch enEnglisch frFranzösisch deDeutsch

Sie denken sicher auch, dass die Ringeltaube ‘rhuku, rhuku’ gurrt, aber wenn man richtig hinhört hört man, dass sie etwas anderes sagt. Was genau das ist und wie es dazu kam, davon handelt diese Geschichte. Und warum hat die Taube wohl rote Pfoten?

Endlich hatte der Regen aufgehört der vierzig Tage lang ununterbrochen vom Himmel gekommen war. Er hatte die Erde in ein riesiges Gewässer verwandelt. Noah, mitsamt seiner Familie und allen Tierpärchen die sie auf die Arche getrieben hatten, hoffte schnell wieder Fuß auf trockenes Land setzen zu können. Tag ein Tag aus trieben sie über die Gewässer um zu beobachten ob das Wasser schon anfing zu sinken. Als es soweit war, fragte Noah die Vögel wer sich bereitstellen würde den ersten Erkundungsflug zu machen und Ausschau zu halten nach dem langersehnten Festland. Der große, starke, weiße Rabe meldete sich sofort, vermasselte seine Aufgabe allerdings und wurde zur Strafe der schwarze krächzende Vogel den wir heutzutage kennen. Auch der Eisvogel dachte nur an sich selbst als er die Arche hinter sich gelassen hatte und wurde zu einem unsicheren Leben auf dem Wasser verurteilt. Noah war sehr böse und enttäuscht darüber, dass die beiden Vögel ihn im Stich gelassen hatten.
‘Aller guten Ginge sind drei,’ sagte er zu seiner Frau, ‘ich werde es noch ein letztes mal versuchen.’ Er dachte angestrengt nach welchen Vogel er auf Erkundungsflug schicken sollte und entschloss sich letztendlich für die gutmütige Taube. Mit viel Flügelgeklapper stieg der leicht unbeholfene Vogel auf in die Luft und flog über die unendlich scheinenden Gewässer. Schon nach kurzer Zeit sah er ein Fleckchen Grün bei einem trockengefallenen Stück Land. Einmal gelandet ergriff die Taube das Entsetzten als sie all die Kadaver der ertrunkenen Tiere erkannte. Sie stöckelte über das noch sumpfige Stück Erde, das durch das Blut der Kadaver rot gefärbt war. Seitdem sind die Beine der Taube rot.
Der treue Vogel vergaß jedoch nicht wie seine beiden Vorgänger seine Mission. Er rupfte einen Zweig mit grünen Blättchen von einem Baum und flog schnurstracks zurück zur Arche. Noah war sehr erfreut über die schnelle Rückkehr der Taube. Er hatte jetzt den Beweis;das Wasser sank und die Natur rappelte sich wieder auf.
‘Erzähle mir was du unterwegs gesehen hast,’ wollte er von der Taube wissen. Die Taube war allerdings noch so verwirrt und geschockt von all den toten Tieren die sie gesehen hatte, dass sie nur murmeln konnte: ‘verrottete Kuh, verrottete Kuh.’
Noah war so stolz auf die Taube, die die Hoffnung auf die Arche zurückgebracht hatte, dass er sagte: ‘Taube, ab dem heutigen Tag bist du das Symbol der Hoffnung und das eines neuen Lebens nach schwierigen Zeiten.’
Die Ringeltaube hat sich jedoch nie richtig erholt von ihrem schockierenden Erlebnis. Sie hat immer noch die roten Pfoten und murmelt hin und wieder ‘verrottete Kuh, verrottete Kuh’.

Die bekannteste Taubenart ist die große Ringeltaube mit dem weißen Halsflecken und weißen Flügelbändern. Danach folgen die kleinere graue Hohltaube, die Stadttaube (die die Felsentauben als Vorfahren hat) und die kleinere hellbraune Türckentaube.
Die Ringeltaube ist ein echtes Gruppentier und hält sich am liebsten in Parks, Gärten und in Korn und Maisfeldern auf. Es sind sehr gute Flieger. Wenn sie aufsteigen hört man gut das laute klappern der Flügel. Die Flügel klappern dann über und unter dem Körper aneinander. Ringeltauben legen oft nur 2 Eier pro Gelege, können aber bis zu drei Gelege großziehen. Für Mäusebussarde, Habichte und Sperber sind Tauben ein Leckerbissen.