DIE STECHPALME, Wie Sankt Nikolaus dafür sorgte, dass ein Laubbaum im Winter seine Blätter behält (015)

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In den Niederlanden wachsen hauptsächlich Bäume die im Herbst ihre Blätter verlieren. Haben sie sich schon einmal gefragt warum es nur einen Laubbaum gibt, die Stechpalme, der seine Blätter im Winter behält? Hierauf weiß Sankt Nikolaus die Antwort.

Vor langer Zeit wohnten die Menschen noch in Hütten in kleinen Dörfern verteilt über das ganze Land. Vom Himmel aus entdeckte der Erzengel, dass an wunderschönen Sommertagen Rauch aus einem der Schornsteine emporstieg. Das war merkwürdig denn die Temperaturen waren so angenehm hoch das die Kinder im Fluss spielten. Ein Herdfeuer war sicher nicht nötig; also warum wurde dann geheizt? Vom Himmel aus sandte der Erzengel einen Heiligen zur Erde um nachzuforschen.
Dieser heilige Mann, Sankt Nikolaus entdeckte, dass der Teufel in der Hütte Branntwein von Eicheln brannte. Ein paar Händler hatten schnell gemerkt, dass dieses würzige Gebräu gute Handelsware war und waren bereit die Fässer zu kaufen. Sankt Nikolaus knüpfte ein Gespräch an und kostete vom dem Getränk. Er musste zugeben, dass der erwärmte Trunk köstlich war. Aber leider war und blieb es ein Teufelstrunk. Trotzdem kaufte er den Händlern gleich mehrere Fässer ab.
Der heilige Mann hatte allerdings ein Problem: Er hatte kein Geld denn das gab es im Himmel nicht. Die Händler fragten wann er bezahlen könne und er antwortete: “ Im Herbst wenn alle Bäume ihre Blätter verloren haben.“ Die Händler waren einverstanden und übergaben ihm die ersten Fässer des Branntweines eines Jahres.
Sankt Nikolaus ging mit den Fässern Branntwein zufrieden zurück in den Himmel.
Wieder im Himmel erzählte er dem Erzengel was er gesehen und gekostet hatte. Er erzählte vom  Teufel, dem Branntwein und seinem Geschäft mit den Händlern. Das war allerdings ein Problem denn der Himmel konnte auf gar keinen Fall Branntwein finanzieren der vom Teufel selbst gebraut wurde! Doch der Engel und Sankt Nikolaus berieten sich und fanden eine Lösung für das Problem. Ab diesem Herbst sorgte der Engel dafür, dass die Stechpalme ihre Blätter behielt und das ganze Jahr über grün blieb. Und die Händler? Die warten immer noch auf ihr Geld.
Seitdem bleiben die Stechpalmen das ganze Jahr über grün und Sankt Nikolaus steht für ewig in der Schuld der Händler. Vielleicht kauft er darum immer so viele Geschenke im Dezember, wenn alle Bäume hätten kahl sein müssen…….
Und was ist im Himmel mit den Fässern Branntwein geschehen? Das wird nicht erzählt in diesem Märchen.

Die Stechpalme ist der einzige grün bleibende Laubbaum in Nordwesteuropa. Die Blätter bleiben 2, wenn es hochkommt 5 Jahre an dem Baum. Je älter ein Blatt ist desto weniger scharf sind die Kanten. Der Baum kann bei günstigen Bedingungen bis zu zehn Meter hoch werden und zwei bis drei Jahrhunderte leben. Oft steht der Baum im Schatten eines höheren Laubbaumes. Das ist auch der Grund warum die Stechpalme nicht sehr groß wird. Sie gedeiht am besten in regenreichen Gebieten und verträgt strengen Frost nicht gut. Die Stechpalme blüht im April und Mai. Die roten Beeren sind giftig für Menschen. Von Vögeln finden nur der Kernbeißer und die Rotdrossel die Beeren lecker. Ein Schwarm Rotdrosseln kann im Winter innerhalb eines Tags einen ganzen Baum leer fressen. Die Drossel isst die Beeren nur wenn im Winter nichts anderes mehr zu finden ist, brütet aber gerne in der Stechpalme. Viele Stechpalmen werden in der Weihnachtszeit durch die Weihnachtsdekoration verunstaltet. Die Römer benutzten die Stechpalme Ende Dezember als Dekoration zu Ehren des Festes von Saturnus, dem Gott der Landwirtschaft.

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl