Warum die Lerche so hoch fliegt (041)

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Heutzutage spielen Engel und Heilige eine Hauptrolle im Himmel. Vor langer Zeit hatte die Lerche eine wichtige Funktion im Himmel, aber dies ist misslungen.
Seitdem fliegt sie singend nahezu aufrecht in die Höhe bis man sie nicht mehr sehen kann. Sie scheint zum Himmel zu fliegen. Und dies stimmt auch. Höre diese alte Legende zu.

Wenn Seelen nach der Existenz auf der Erde zum Jenseits aufsteigen, klopfen sie ohne Ausnahme hoffnungsvoll an bei der grossen goldenen Tür der Himmelpforte.
Nicht jeder darf so herein, nur die Menschen die ein gerechtes Leben geführt haben werden Teilhaber des himmlischen Paradieses. Der Wächter der Himmelpforte entscheidet wer ja oder nein Zugang bekommt. Vor der goldenen Tür herrscht ein reger Betrieb, alle Tote versuchen entweder auf ehrliche Weise oder auf tückische Weise Zugang zu bekommen.
Der Wächter muss seiner Sache gewiss sein um die Hektik zu widerstehen. Bis zum Anfang unserer Zeitrechnung war die Lerche der Wächter. Sie ist ein tatkräftiger und rastloser Vogel die stürmisch singend seine Arbeit tat.
Einige schlechte Seelen versuchten auf schlaue Weise hinein zu schlüpfen und die Lerche sollte dies verhindern. Durch den Stress um ihnen den Zugang zu weigern, fing der Vogel immer mehr an zu schimpfen.  Als Jesus im Jahre 33 zum Himmel aufstieg und den unendlichen Strom an hoffnungsvollen ängstlichen Seelen  vorbeiging, hörte er bei der Pforte die Lerche schimpfen. Dies war für ihn unannehmbar und er beschwerte sich bei seinem Vater, der die Lerche sofort von ihrer Funktion entband und sie auf die Erde zurückschickte.

Die Lerche war empört und entsetzt über ihre Entlassung und Rückkehr zur schweren Existenz auf der Erde. Darum versucht sie noch immer zum Himmel zurück zu kehren, aber ihr Nachfolger ist streng und schickt sie immer wieder zurück. Darum sieht man bis zum heutigen Tag die Lerche hoffnungsvoll jubelnd in einer nahezu aufrechte Linie zum Himmel fliegen. Aber wenn sie oben ist, drückt Petrus sie unerbittlich herunter und wirbelt sie schimpfend auf der Erde zurück.

In ganz Europa gibt es die Lerche. In den Niederlanden und Belgien hauptsächlich die Feldlerche und in geringerem Masse die Baumlerche und die Schopflerche. Die Feldlerche lebt in ruhigen, offenen Gebieten wie Wiesen, Ackerland, Heiden und Dünen.
In den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts war der jubelnde Gesang überall auf dem Land zu hören und war sie nach dem Spatz und der Amsel der meist zahlreiche Brütevogel in den Niederlanden.
Ihre Zahl hat sich mit 90% gesenkt bis auf 100.000 Stück und senkt noch immer durch Intensivierung des Landbaus und Änderung der Landschaft.

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl