Wie sich das hässlichste Vögelchen verwandelte in einer der schönsten, Der Stieglitz (043)

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Der Stieglitz ist ein wunderschöner Vogel mit einem auffälligen roten Kopf. Wussten Sie dass er vor langer Zeit ausgelachen wurde um seine Hässlichkeit? Als der Stieglitz als einer der letzten Tiere auf unsere Erde erschien, gab es keine Farben mehr und sah er so aus als müsste er zukünftig nackt und farblos durchs Leben. Wie der Vogel doch noch einer der schönsten wurde, davon erzählt dieses alte deutsche Märchen.

Vor Millionen Jahren  kamen die Tiere eine nach dem anderen nackt auf die Welt. Sobald ein Tier auf den Erdboden erschien wählte es seine Unterteile aus einem Überfluss an Schwänzen, Pfoten, Hufen Zähen, Pelzen, Federn, Schnauzen, Augen, Ohren und Farben. Es gab bescheidene Tiere die zufrieden waren mit einem einfachen braunen Fell, wie das Ree, oder ein einfaches Federnanzug  wie der Zilpzalp. Aber auch in jenen Tagen gab es schon habgierige Tiere. Das hochmütige Edelhirsch nahm sich von dem Stapel ein riesiges Geweih, der stolze Pfau nahm nicht nur einen ganz grossen Schwanz, sondern auch viele Farben und der Fuchs beschaffte sich einen langen Schwanz. Als fast alle Tiere auf Erden waren, erschien als einer der letzten der nackte Stieglitz mit farblosen Federn. Von den restlichen Schnabeln nahm er sich ein langes Exwemplar und da waren gerade noch ein paar übliche roserne Pfoten für ihn übrig. Aber es gab keine Farben mehr. Der Stieglitz war sehr unglücklich weil er jetzt nackt war. Die andere Tiere machten sich lustig über ihn. Jeden Tag bat er die Götter ihm zu helfen. An einem Morgen wachte er auf mit einer Nymphe lächelnd neben ihm. Sie sagte: “ meine Aufgabe ist es dir zu helfen. Ich darf von allen Tieren ein bisschen von ihrer Farbe fragen und die dir, lieber Stieglitz, schenken. Ganz lieb bat sie alle Tiere ein bisschen Farbe abzugeben und versprach denen dass es wieder heranwachsen würde. Der erste Vogel, der grosse Buntspecht, war sehr generös und schenkte ein bisschen von seinem roten Hinterkopf, das der Stieglitz sich unmittelbar auf das Gesicht klebte.  Die Krähe sagte dass er reichlich schwarz  hatte und schenkte ein paar ordentliche Streifen schwarz das der Stieglitz verteilte über seinen Schwanz und seine Flügel. Und der Löffler hatte mehr als reichlich weiss. Dann kam die gelbe Bachstelze angeflogen, die ohne dass es sie gefragt war ein grosses Stück Gelb von seinem Bauch schenkte, dass der Stieglitz dankbar in der Mitte von seinen Flügeln setzte. Wie froh der Stieglitz war. Von dem hässlichsten Vogel wurde er einer der schönsten. Bis zum heutigen Tag hört man Gruppen von Stieglitzen ständig froh miteinander plaudern. Und wenn man gut zuhört, hört man sie sagen: “ Och Nachbarin, wie schön du heute ausschaust “ Worauf sie antwortet: “ Nachbar, ich werde auch so fröhlich von deinen schönen Farben, wie glücklich wir sind. “

Stieglitze sind Gruppentiere die gemütlich zusammen plaudern. Männchen und Weibchen haben das gleiche, farbliche Aussehen.In Gruppen leben sie vor allem in waldreichen Gebieten wie Waldränder, Parken und Gärten in fast ganz Europa. Er wird auch Distelfink genannt weil sie die Samen in Disteln, Karden und Erlenzapfen gerne mögen. Der Fink ist ein ‘ Jahresvogel ‘ genauso wie das Rotkelchen und der Star:  ein Teil zieht, abhängig von der Winterkälte, ab nach südlichen gemässigten Gebieten. 

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl