Wie eine vergessliche Pflanze ihren Namen bekam (058)

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Überall sieht man kleine, blaue Blümchen von dem Vergissmeinnicht in Strassenböschungen, Waldrändern, Grabenrändern und Wiesen wachsen. Haben Sie sich schon mal gefragt wie es diesen besonderen Namen bekommen hat? Höre diese alte Geschichte an:

Bei der Schöpfung bekamen Pflanzen von Gott nicht nur eine Form, einen Geruch  und eine Farbe, sondern auch einen Namen. Eine dieser Pflanzen hatte kleinen blaue Blümchen und ein wunderschönes gelbes Herzlein.
Beeindruckt von allen Ereignissen der Schöpfung sah sie mit grossen Augen um sich herum wie alle Pflanzen einen Namen bekamen und vergass dabei auf zu passen. Letzendlich hatten ale Pflanzen einen Namen bekommen, aber sie war ihren eigenen Namen vergessen.
“Weisst du wie ich heisse?” fragte sie alle grosse und kleine Pflanzen. “Ich habe meinen Namen vergessen. Aber keine einzige Pflanze konnte es ihr sagen. Nach langem zögern ging das Blümchen letzendlich zu Gott und sagte: “Ich bin etwas dumm, ich habe meinen Namen vergessen. Wie heiss ich?” Dieser schaute sie kopfschüttelnd an und antwortete: “Das ist gar nicht schlimm, aber” und er sah sie streng an: “Vergiss mich nicht!” Beschämt kroch das Pflänzchen weg zwischen dem hohen Gras. Und dort steht sie heutzutage noch immer, etwas versteckt zwischen den anderen Pflanzen. Aber immer ragt das klare blaue Köpfchen aus der Begrünung. Und wenn jemand fragt wie sie heisst, antwortet sie schüchtern: “Vergiss mich nicht.” Und dieser Name kann jeder sich merken.

Das Vergissmichnicht gehört zur Familie der Rauhblattgewächsen, wozu auch der Natternkopf, das Lungenkraut und der gemeine Beinwell  gehören. Kennzeichnend  für diese Familie sind die rauhe Haaren auf Blättern, Stiel und Samen. Wenn sie die Haare des Vergissmichnicht sehen wollen, brauchen sie eine Lupe. Die Samen werden verbreitet weil sie sich durch die harte Haaren festhaken an Tieren die vorbeilaufen und sie so mitnehmen. In den Niederlanden sind sieben Vergissmichnicht Sorten. Die Sumpf-vergissmichnichte wachsen auf feuchtem Boden und die Samen werden vor allem verbreitet durch  das Wasser. Die andere fünf wachsen auf freier, trockener Erde. Fliegen kümmern sich um die Bestäubung der Blumen.

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl