Warum der Drosselmann schwarze Federn und einen gelben Schnabel hat (038)

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Vor langer, langer Zeit gab es viel mehr weiße Vögel als heute. Durch Dummheiten sind jedoch viele weiße Vögel schwarz geworden.  Auch die Drossel war vor langer Zeit einmal ein weißer Vogel der die schönsten Lieder im ganzen Vogelreich sang. Die goldenen Klänge sind erhalten geblieben aber die weißen Federn sind verschwunden. Wie kam es soweit? Es war die Gier! Horche dieser keltischen Legende.

Es war ein strahlend kalter Wintertag an dem der Drosselmann bemerkte, dass die Elster ihren Schnabel voll mit glitzerndem Schmuck hatte. Die Drossel schaute neidisch auf die funkelnden Steine und fragte die Elster wo sie die gefunden hätte. Die Elster nahm die Drossel beiseite und flüsterte: “Im Norden liegt eine tiefe Grotte in der ein Prinz sein Gold und Silber und all seine Schätze aufbewahrt. Der Prinz ist ein guter Mensch und wenn du Ihn höflich fragst darfst du dir sicher auch einen Schnabel voll Gold und Silber mitnehmen. Allerdings wird die Grotte von einem gefährlichen Drachen bewacht. Der passt auf, dass du wirklich nur Sachen aus der Grotte mitnimmst die der Prinz dir zuweist!“

Der Drosselmann erzählte seiner Frau voller Begeisterung was er gehört hatte. „Lieber Mann“, sagte seine Frau, „was soll ich denn  bloß mit einer goldenen Kette anfangen? Damit bleibe ich doch an jedem Ast hängen. Und der Drache der den Eingang bewacht ist bestimmt gefährlich!“
Trotz aller Einwände flogen sie gemeinsam zu der Grotte und traten vorsichtig ein. Überall lagen Berge aus Edelsteinen und Gold und Silber funkelten um die Wette. Doch noch ehe der Drosselmann den Prinz am Ende der Grotte erreicht hatte gewann seine Gier den Kampf über seine Vorsicht. Er fing an wie ein Wilder im Gold herum zu picken.
„ Pass doch auf!“ rief seine Frau die ein Schlurfen hörte. Sie rannte Richtung Ausgang doch der Drache war schon wach und begann, in Richtung Ihres Mannes Feuer zu spucken. Der Drosselmann schrie auf vor Schrecken und flog geschwind weg. Er konnte noch gerade entkommen, wurde jedoch von den Flammen des Drachen angesengt. Und so kommt es, dass die Drossel bis zum heutigen Tag pechschwarz ist. Durch die Hitze der Flammen war der Goldstaub der noch an seinem Schnabel klebte geschmolzen. Seit diesem Tag hat

Und wie ist es seinem Weiblein ergangen? Den Flammen des Drachens konnte sie entkommen aber nicht dem Russ. Das ist immer noch an ihrem braun-schwarzen Federkleid gut zu erkennen. Aber da sie nicht so gierig war wie ihr Gemahl hat sie noch einen schwarzen Schnabel.

Die Drossel ist einer der am meisten vorkommenden Vögel. Im Winter scharren sie ausschließlich am Boden nach Würmern und Insekten im Gras, unter Blättern und im Moos.  Im Frühling arbeiten sie als Pärchen zusammen. Früher waren es scheue Waldtiere. Auch gibt es immer noch scheue Walddrosseln, die sich aber mittlerweile an die Menschen gewöhnt haben.

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl