Wie eine Nymphomane in eine Blume verwandelt wurde, Die Anemone (030)

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Im frühen Frühjahr ist der Boden mancher Landgüter oder Parks gesäumt von einem Teppich von blühenden, rosernen, blauen und weiβen Waldanemonen. Die zarte Blume öffnet sich nur wenn die Sonne scheint. Dieses Knöllchen ist benannt nach der Nymphe Anemone, die bezaubert ist. Wie daβ so gekommen ist fabuliert diese Legende.

In jener Zeit da die Götter noch auf Erden lebten verliebte der Windgottheit, Zephyros, sich in die kleine Nymphe Anemone, die herrschte über die Natur. Sie war Nymphomane: sie liebte alle Männer.      Besonders Göttern konnte sie nicht widerstehen. Der Windgottheit wollte seine Geliebte jedoch nur für sich ganz alleine haben und beklagte sich bei Hera, die Götterkönigin und Gattin von Zeus, der Oberste Gott.
Zeus konnte keiner weiblichen Schönheit widerstehen, wo Hera sehr unter litt. Deswegen konnte sie wie kein anderer mitfühlen mit dem Windgottheit. Sie wollte weiteren Liebeskummer vorbeugen und verwandelte Anemone in eine kleine Waldpflanze, damit sie keinen mehr verführen konnte.
Dies funktionierte so gut daβ sogar Zephyros sie nicht finden konnte. Monate lang war er auf der Suche nach der Geliebten die er so intensiv vermisste. Überall rief er ihren Namen:   “ Anemone, Anemone! “   aber konnte sie nicht finden.
An einem Frühlingstag erkannte er sie als sie in aller Frühe ihre bezaubernde Blume zur Sonne öffnete. Seitdem sind sie oft zusammen. Wie man daβ erkennt? Beachte mal den Westwind der durch die zarten Blumen rauscht. Wenn eine Anemone sich im Wind bewegt, dann weiβ man da sie wieder zusammen sind: dann streichelt und küsst der Westwindgott seine Geliebte Anemone.

Knollengemüβe wie die Anemone sind ursprünglich Bollenpflanzen die wachsen unter Bäumen. Nur im frühen Frühjahr, wenn die Bäume noch kahl sind, bekommen sie genügend Licht um in kurzer Zeit zu wachsen und zu blühen. Beobachte mal wie schön und zärtlich eine Anemone aus dem Boden kommt: Stielchen und Blatt sind gebogen und erheben sich sobald sie oberirdisch kommen, bald gefolgt von der Blume.
Eine Anemone ist eine Stinzenpflanze, so wie Schneeglöckchen, Holwurzel, Bunte Krokus, Bärlauch und Winterling. Im späten Mittelalter brachten die “
reichen Herren“ sie mit zurück von ihren weiten Reisen weil sie als Knöllchen leicht aufbewahrt werden konnten und pflanzten sie auf ihren Landgütern.
Die “ reichen Herren“ wohnten in Steinhäusern, “  Stinzen“ genannt. Da sind die “ Stinzenpflanzen“ im Laufe der Jahrhunderte verwildert.                 

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl

 

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