Warum die Dornen einer Rose nach unten zeigen (027)

Also available in: nlNiederländisch enEnglisch frFranzösisch deDeutsch

Die Rose wird mit recht um ihrer Schönheit wegen verehrt. Doch zu dieser perfekten Blume gehören auch scharfe und schmerzvolle Dornen. Mann sagt nicht umsonst: ‚ Keine Rose ohne Dornen’. Offiziell hat eine Rose keine Dornen sondern Stacheln. Wusstest du das die Stacheln früher nach oben zeigten? Wie es dazu kam, davon handelt diese teuflische  Geschichte.

Der Engel Luzifer wurde wegen seiner Gräueltaten als Teufel in die Hölle verbannt. Die Hölle war bekanntlich alles andere als Zuckerschlecken. Tagelang streunte Luzifer durch die Hitze und dachte sich Listen aus um aus diesem schrecklichen Ort zu entwischen. Zu seiner Verzweiflung schlugen alle Versuche fehl.
Eines Tages wurde Luzifer die Aussichtslosigkeit seiner Situation klar. Er starrte deprimiert ins Leere. Gerade in diesem Moment wehte ein Saatgut von oben herab vor seine Füße. Luzifer lächelte: Es gab wieder Hoffnung.

Vorsichtig hob er den Keim vom Boden auf. Aus allen Ecken und Löchern der Hölle sammelte Luzifer Reste und Staub und trug sie zusammen zu einem Häufchen auf einem hellen, nicht zu warmen Fleckchen. Mitten in den Haufen pflanzte er den Keim einen Zentimeter tief ein. Wasser zu finden war in der heißen Hölle ein Problem. Doch Luzifer ließ sich nicht entmutigen. Er ließ Dampf  kondensieren, fing das dabei entstehende Wasser sorgfältig auf und betröpfelte damit seinen Keim.
Hingebungsvoll wachte Luzifer über das Pflänzchen das aus dem Keim wuchs. Die Pflanze kletterte immer weiter Richtung  Licht und wurde eine starke Kletterrose. Mit endloser Geduld wartete Luzifer bis die Rose endlich groß genug war und beinahe den Rand der Welt erreicht hatte. Die Stacheln der Rose zeigten stolz nach oben, so dass Luzifer sie als Stufen benutzen konnte. Seine Befreiung war zum Greifen nah!
Doch Luzifer war zu ungeduldig. Der verbannte Engel kletterte bis ganz nach oben, doch die Rose war noch nicht hoch genug gewachsen. So oft er auch versuchte vom obersten Stachel zu springen und sich zu strecken, er bekam den Rand der Welt nicht zu fassen. Am Ende fluchte, zeterte und schrie er aus Verzweiflung.
Und das……… hörte Gott.
‚Rose, was machst du da?! Das kann doch nicht wahr sein!!! Du lässt dich vom Teufel einspannen ?’ rief Gott. Im selben Moment drehten sich alle Stacheln um und zeigten nach unten.
Und Luzifer?
Seine Füße verloren den Halt auf den Stacheln und er rutsche ab. Voller Schrammen landete er auf dem Boden der Hölle. Und wahrscheinlich liegt er dort heute noch und flucht.

Rosen haben keine Dornen sondern Stacheln! Ein Dorn ist eine Art Zweigchen mit einer scharfen Spitze die mit dem inneren des Zweigs verbunden ist, wie zum Beispiel beim Schlehdorn. Ein Stachel ist ein Auswuchs von der Rinde und kann recht einfach entfernt werden ohne den Zweig zu beschädigen. Die Rose wird wegen ihres schönen äußerlichen auch die Königin unter den Blumen genannt.

Schon in der griechischen und römischen Kultur spielte die Rose eine wichtige Rolle. Die Blume gilt als Erinnerung an die Schönheit des Paradieses, und die Stacheln stehen für die harte irdische Realität. Soweit bekannt ist wurden Rosen schon im sechzehnten Jahrhundert im Westen durch Selektion und Veredelung gezüchtet. Dadurch entstanden immer mehr Farben, Formen, Düfte und andere Besonderheiten. Rosen haben meist rote oder schwarze Hagebutten, mit Fruchtfleisch das reichhaltig ist an Karotin und Vitamin C. Arten die hier wild vorkommen sind unter anderem die Feldrose, die Dünen- oder Felsenrose, die Weinrose und die Hundsrose.

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl

 

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.