Warum die Nessel brennt, Die Brennnessel (017)

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Heben sie sich schon einmal gefragt warum die Berührung einer Brennnessel juckendes Brennen verursacht? Ursprünglich ist dies eine himmlische List und eine darauf folgende teuflische Rache. Lausche nach diesem Märchen aus lang vergangenen Zeiten über das Gute und das Böse, über Gott und den Teufel.

Als Gott am Anfang den Himmel und die Erde schuf sorgte er auch für Nahrung für Mensch und Tier: Grassamen für die Mäuse, Eicheln für die Schweine, Erlensamen für die Stieglitze und Tannenzapfen für die Eichhörnchen und Spechte. Der Teufel bekam auch seinen Teil, er bekam Buchweizen und Hafer und war damit guter Dinge.

Tausend Jahre später jedoch wurden Buchweizen und Hafer das Hauptnahrungsmittel der Menschen in den niederen Landen. Ein Engel sah dies vom Himmel aus und sagte zu Gott: “Buchenweizen und Hafer sind die Grundnahrungsmittel der Menschen. Das kann niemals gut ablaufen wenn sie abhängig sind vom Teufel. Er wird damit Missbrauch treiben.”

Nach dem Gespräch mit Gott machte der Engel sich auf zum Teufel und sah, dass dieser immer noch sehr zufrieden mit seinem Buchweizen und Hafer war. Er war sogar so zufrieden, dass er beinahe den ganzen Tag sang: “Hafer und Buchweizen, Buchweizen und Hafer, Hafer und Buchweizen, Buchweizen und Hafer.” Der Engel begriff, dass der Teufel nicht ohne weiteres  mit seinen Vorräten herausrücken würde und dachte sich eine schlaue List aus. Er ging zum Teufel und sagte: “Nein Teufel, dies ist kein Hafer und kein Buchweizen sondern Nesseln und Disteln.” Der Teufel schaute den Engel nur an als ob er verrückt geworden sei und sang weiter “Buchweizen und Hafer”. Doch der Engel wiederholte tagelang: “Nein, Nesseln und Disteln”. Der Teufel wurde verrückt vom Singen des Engels. Nach einer Nacht in der der Teufel schlecht geschlafen hatte hörte er den Engel beim Aufwachen schon wieder “Nesseln und Disteln, Disteln und Nesseln” singen und war so verwirrt, dass er auch begann “Nesseln und Disteln, Disteln und Nesseln” zu singen. Der Teufel hatte noch nicht ganz zu Ende gesungen, da gab der Engel ihm schon Disteln und Nesseln und machte sich mit dem Buchweizen und dem Hafer aus dem Staub um den Menschen die gesicherten Nahrungsmittel zu bringen. Nesseln waren damals sehr nützliche Pflanzen. Menschen machten aus ihnen Taue und Stoffe. Als der Teufel das Tauschmanöver bemerkte war er des Teufels. Aus Rache fügte der Teufel den Nesseln juckendes Feuer hinzu. Seitdem verbrennen sich die Menschen die Finger wenn sie Nesseln pflücken und es juckt  stundenlang. Das ist die feurige Rache die der Teufel der gesunden, vielseitigen Nessel beigegeben hat und die dadurch zur Teufelspflanze wurde.

 

Nach dem Berühren einer Brennnessel juckt und brennt die Haut. Wenn sie allerdings eine Brennnessel von unten nach oben hin pflücken dann werden sie nicht gestochen. Das kommt dadurch, dass die Nadeln mit den brennenden Giftstoffen nach oben gerichtet sind. Stechen sie sich trotzdem, dann hilft es die Haut  mit zerdrückten Blättern von Pflanzen die in der Umgebung  der Brennnessel wachsen einzureiben. Vor allem Gundelkraut und Wegerich helfen.

Das Jucken wird schnell weniger da diese Pflanzen Antistoffe besitzen. Obwohl sie nicht sehr beliebt sind, sind Brennnesseln sehr nützlich. Vor allem die jungen Spitzen werden wegen ihrer reinigenden Wirkung zu  Suppen und Tee verarbeitet. Sie beinhalten viel Vitamin A und C. In Brennnesselwäldern leben viele Schmetterlinge, unter anderem der  Admiral, das Tagpfauenauge und der kleine Fuchs die  ihre Eier auf Brennnesseln ablegen. Ihre  Raupen essen sich satt an den Brennnesseln. Diverse kleine Vögel wie die Nachtigal brüten gerne in der sicheren Nähe von Brennnesselwäldern. Von den Fasern der Pflanze wird Nesseltuch für Kleidung gewebt.

 

© Els Baars, Natuurverhalen.nl