Weshalb der Schnee weiβ ist. Der Schnee und das Schneeglöckchen (047)

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Nur das Schneeglöckchen kann im Schnee ohne Probleme wachsen. Haben Sie eine Ahnung warum das Glöckchen nach Schnee benannt worden ist? Und warum die Blume so weiβ ist wie der Schnee? Oder ist der Schnee so weiβwie das Schneeglöckchen? Höre diese alte Geschcihte über Zorn, Egoismus und Erbarmen bitte zu:

Als der Herr die Erde schuf in sechs Tagen, gab es für ihn wohl sehr viel gleichzeitig zu tun.  Es sollte soviel  zu schaffen werden, daβ da einen Mangel an Unterteilen entstand. So war für das Kanickel kein normales Schwänzchen mehr da und muβte es sich behelfen mit einem komischen weiβen flaumigen Schwänzlein.  Die Maus blieb grau weil da nur noch etwas grau übrig war.
Als der Regen, der Schnee und der Wind an der Reihe waren, gab es keine Farben mehr. Der Schnee war hierüber sehr verstimmt und wollte sich im Frühling nur noch zurückziehen wenn er eine Farbe bekam. Und dies war unmöglich, weil es keine Farben mehr gab. Aus Protest schmolz der Schnee nicht im Frühling und blieben die Wälder und Ländereien bedeckt unter hohen durchsichtigen Schnee. Die Nahrung für die Tiere war zwar sichtbar unter dem farblosen Schnee, aber unerreichbar. Die Tiere litten Hunger und die Pflanzen konnten nicht wachsen.
Wegen diesen schlimmen Umständen bekam der Herr Mitleid mit den Pflanzen und Tieren. Er wandte sich zum Schnee und sagte:  “Schnee, ich habe keine Farbe mehr, aber du darfst eine Pflanze etwas von ihrer Farbe fragen.“
Der Schnee fragte es alle Pflanzen, aber diese weigerten sich mit zu helfen. Die gelben Kätzchen der Hasel wollten das sanfte gelb nicht hergeben.   Auch der Sanddorn weigerte sich die Farbe Orange seiner Beeren her zu geben. Die rote Farbe der Beeren der gelderischen Rose wollte der Schnee selbst nicht, die war ihm zu grell. Weil keiner ihm eine Farbe gönnte wurde der Schnee sehr zornig. Der Wind, der auch keine Farbe bekommen hatte, arbeitete mit dem Schnee zusammen. Starke Schneestürmen heimsuchten das Land. Viele waren belastet durch von der winterlichen Naturgewalt.

Ein kleines Blumenglöckchen beschaute dies alles und bekam Mitleid mit dem Schnee. Als der farblose Schnee sich ausruhte von dem letzten Schneesturm, schrie das Blümchen:  “Schnee, höre zu, wenn dir meine weiβe Farbe gefällt, darfst du die wohl haben.“
Der Schnee fand das weiβ wunderschön. Er war so von dem Angebot dieser kleinen Blume gerührt , daβ er sich entschloss dieses Glöckchen  als einzige Blume wachsen zu lassen. Die Blume war so entzückt daβ sie sich seitdem  “Schneeglöckchen“ nennt. Auch die Menschen lieben diese kleine Winterpflanze, denn wenn die Schneeglöckchen anfangen zu wachsen in Januar und Februar, wissen die Menschen daβ der Frühling sich naht.

Schneeglöckchen sind einheimisch in Mittel-und Südeuropa. In Nordfrankreich, Belgien und den Niederlanden heiβen sie Stinsenpflanzen, die ab dem 16. Jahrhundert mitgebracht wurden aus südlichen Gebieten um die Gärten der Reichen zu schmücken. Das Zwiebelgewächs erhöht sich u.a. durch Samenbildung. Um diesen wertvollen Blütenstaub zu schützen , öffnen sich die Blumen der Schneeglöckchen erst wenn die Auβentemperatur über 10 Grad erreicht. In Wäldern sind rote Ameisen zuständig für die Verbreitung von Samen der verwilderten Schneeglöckchen. Die beste Zeit um im Garten dieses Zwiebelgewächs zu pflanzen oder zu versetzen, ist direkt nach der Blüte wenn die Blätter noch grün sind. Bringen Sie doch etwas Erde der Pflanze mit, denn darin stecken Bodenschimmel die nützlich sind für Wachstum und Blüte. Millionen von Zwiebelchen werden illegal aus den Wäldern von u.a. der Türkei geschaufelt und in Westeuropa verkauft.

 

 © Els Baars, Natuurverhalen.nl

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